Maria Karoline Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha

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HIER LEBTE
MARIA KAROLINE
PRINZESSIN VON SACHSEN
COBURG UND GOTHA
JG. 1899
EINGEWIESEN 13.9.1938
LANDESHEILANSTALT SALZBURG
PFLEGEANSTALT NIEDERNHART
ERMORDET AM 6.6.1941
TÖTUNGSANSTALT HARTHEIM
‚AKTION T4‘

 

Maria Karoline, in der Familie nur Marie gerufen, wurde am 10. Jänner 1899 in Pola an der Südspitze Istriens geboren.
Ihre Eltern waren Prinz August Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha und Erzherzogin Karolina von Österreich, einer Schwester von Erzherzog Franz Salvator. Das Paar bekam in kurzer Zeit 8 Kinder, 4 Buben und 4 Mädchen. Doch bald machte man sich um 3 dieser Kinder Sorgen: Der 1895 geborene August zeigte geistige Auffälligkeiten, ebenso wie die 1899 geborene Marie und die 1905 geborene Leopoldine. Die Kinder waren kränklich und ihre geistige Entwicklung blieb zurück.
Es ist schwer zu sagen, woran genau die Kinder litten, doch mit hoher Wahrscheinlichkeit war es ein genetischer Defekt, der über die Großmutter mütterlicherseits in die Familie gekommen war.

Im Jahr 1918, nach dem Ende der Monarchie übersiedelte die Familie von Pola nach Schladming. Der Zustand von Prinzessin Marie verschlechterte sich mit zunehmendem Alter. Zusätzlich zu ihrer vermutlich geistigen Beeinträchtig dürfte sie an Polio erkrankt sein. Ihre Nichte, Marie Amelie, Tochter von Prinzessin Clementine, erwähnt dies in ihren Memoiren. Marie hatte eine Pflegerin und verbrachte die meiste Zeit in ihrem Zimmer, im 2. Stock, im ersten Zimmer rechts im Schloss in Schladming. Bis 1938 lebte auch ihre Mutter mit der ebenfalls beeinträchtigen Tochter Leopoldine und anderen Familienmitgliedern in Schladming.

Der Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland bewirkte, dass die Mutter auf Geheiß ihres Sohnes Philipp Josias mit Leopoldine nach Budapest übersiedelte, um den Nationalsozialisten aus dem Weg zu gehen.
Prinzessin Marie ließ man wegen ihres schlechten gesundheitlichen Zustands zurück und gab sie in ein von Nonnen geführtes Pflegeheim nach Salzburg-Lehen und dann in die Landesheilanstalt Niedernhart bei Linz.
Weder ihr berühmter Name noch der Wohlstand ihrer Familie bewahrte sie vor dem Schicksal des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms.
Prinzessin Marie wurde nach Schloss Hartheim bei Linz überstellt und dort am 6. Juni 1941 vergast und kremiert.
Ihre Asche wurde an die Familiengruft St. Augustin in Coburg gesandt und dort beigesetzt.

(Text: Monika Faes, Gedenkprojekt „Gegen das Ver-
gessen“ Schladming/Ramsau)

Weitere Informationen zu Prinzessin Maria finden Sie im hier verlinkten Artikel aus den Heimatkundlichen Blättern.

Opfer sogenannter Euthanasie



Maria Karoline Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha

Coburgstraße 45