Stolpersteine-Verlegung

18.September 2020 um 17:00 Uhr

Verlegung von Stolpersteinen für drei ehemalige Ensemblemitglieder der Oper Graz:

  • Ella Flesch, Sopranistin
  • Fritz Jahoda, Pianist und Dirigent
  • Hertha Heger, Schauspielerin

 

Biografien:

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Ella Flesch, geb. 1900 in Budapest, debütierte als Sopranistin an der Wiener Staatsoper und hatte Engagements und Gastauftritte in ganz Europa, so etwa 1930-1933 an der Oper in Leipzig, das sie nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verlassen musste. Nach einer Zwischenstation in Brünn trat sie ihre Stelle als gefeierte Sopranistin am Grazer Stadttheater an. Nach dem „Anschluss“ emigrierte sie zunächst nach Basel und anschließend in die USA, wo sie ihre Karriere bis zu einem schweren Autounfall im Jahr 1948 höchst erfolgreich fortsetzen konnte. Ihre letzten Jahre verbrachte sie als Musikpädagogin in New York, wo sie am 6. Juni 1957 verstarb.

Fritz Jahoda, geb. 1909 in Wien, war Pianist, Dirigent und Chordirektor und in den 1930er Jahren in Düsseldorf und Köln engagiert. Er musste nach der Machtübernahnme der Nationalsozialisten aufgrund seiner jüdischen Herkunft aus Deutschland fliehen und dirigierte ab Jänner 1935 im Stadttheater Graz. Nach dem „Anschluss“ im März 1938 verlor er seine Stelle in Graz und flüchtete zuerst ins Exil nach Großbritannien und dann in die USA. Dort wirkte er als Musiker und unterrichtete an Hochschulen. Fritz Jahoda verstarb 2008.

Hertha Heger, geb. 1919 in Guntramsdorf, war in Graz als Schauspielerin engagiert und wurde im März 1938 aufgrund der jüdischen Herkunft ihrer Mutter aus dem Ensemble des Stadttheaters entlassen. Bis zum Ende des 2. Weltkriegs lebte und arbeitete sie in der Schweiz und anschließend an diversen deutschen Bühnen. 1954 kehrte sie nach Graz zurück, um ihre schwerkranke Mutter zu pflegen und spielte ab diesem Zeitpunkt wieder am Schauspielhaus in Graz, wo sie auch bis zu ihrem Tod im Jahr 2003 lebte.

Ella Flesch, Fritz Jahoda und Hertha Heger haben den NS-Terror überlebt, einige ihrer Familienmitglieder und ihrer Kolleginnen und Kollegen nicht. Weitere Verlegungen von Stolpersteinen für diese ehemaligen Angehörigen der Grazer Oper sind in Planung.​