Vermittlung

 

Foto: Karin Richert („Stiftung – Spuren – Gunter Demnig“)

Foto: Karin Richert („Stiftung – Spuren – Gunter Demnig“)

GEDENKSPAZIEGÄNGE ZU AUSGEWÄHLTEN STOLPERSTEINEN IN GRAZ

Der Verein für Gedenkkultur veranstaltet auch in diesem Schuljahr wieder Gedenkspaziergänge zu den Stolpersteinen in Graz – mit diesen wird an Menschen erinnert, die unter dem nationalsozialistischen Regime ermordet, deportiert, vertrieben oder enteignet wurden. Gerade für Schüler*innen ist es eine spannende und zielführende Herangehensweise, anhand von individuellen Opfer-Geschichten aus der eigenen Stadt bzw. der näheren Umgebung einen Zugang zum Lernen über die Gräuel des Nationalsozialismus zu finden, aber auch über andere Aspekte wie den Umgang mit Minderheiten, Zivilcourage oder Flucht und Migration – alles Themen, die auch aktuell von Bedeutung sind – zu erfahren.

Für Schulklassen und Studierenden-Gruppen ist dieses Angebot kostenlos. 

Solange kein Schnee oder Eis die Steine bedeckt, ist das Vermittlungsprogramm über das ganze Jahr hindurch buchbar, auch in den Herbst- und Wintermonaten. Die gewünschte Route (z. B. Annenviertel, Nähe Synagoge, Innenstadt oder Herz-Jesu-Viertel, wenn möglich auch mit Start direkt vor der Schule) und die Dauer eines Rundgangs können individuell vereinbart werden.
Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung über den Kulturvermittler Thomas Stoppacher: vermittlung@stolpersteine-graz.at bzw. 0664/4781966.

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ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZU DEN GEDENKSPAZIERGÄNGEN:

Der Verein für Gedenkkultur in Graz hat im Juli 2013 das Projekt „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig erstmals auch in Graz umgesetzt. Ein Projekt, mit dem an das Leben jener Menschen erinnert wird, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben, in den Suizid getrieben worden sind oder von „Arisierungs“-Enteignungen betroffen waren.

Dabei wird sowohl jüdischer Opfer gedacht als auch jener Menschen, die Opfer politischer, religiöser, ethnischer Verfolgung waren, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ermordet wurden, wegen Verweigerung des Kriegsdienstes oder weil ihr Leben als „unwert“ galt (sogenannte „Euthanasie“).

Um dieses Gedenken mit vielen anderen und speziell jungen Menschen zu teilen, bietet der Verein Gedenkspaziergänge für Schulgruppen, StudentInnen, LehrerInnen, Bildungseinrichtungen und andere interessierte Gruppen an. Durch den klaren Fokus auf die individuellen Biografien jener Menschen, derer wir mit Stolperstein gedenken, versuchen wir, die Geschichte dieser ehemaligen Grazerinnen und Grazer, die in unterschiedlicher Weise Opfer in der NS-Zeit wurden, lebendig zu halten.

stolpersteine-egon-lauppertDie altersgerecht konzipierten Gedenkspaziergänge sollen einen Beitrag zu einer neuen Erinnerungs- und Gedenkkultur leisten, die den Umgang mit der Geschichte erleichtert, ohne diese zu verdrängen oder zu vergessen. Über das empathische Herangehen anhand der Beschäftigung mit den Biografien werden das Leben der Menschen und ihre Schicksale in der NS-Diktatur in den Vordergrund gestellt, während abstrakte „Geschichtsbuchfakten“ zur Verfolgung und Vertreibung eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Stolpersteine sind ein Mahnmal gegen Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen. Sie fordern dazu auf, allen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer sozialen und religiösen Zugehörigkeit oder sexuellen Orientierung offen und positiv zu begegnen.

Dieses Angebot ist für Jugendgruppen kostenlos (solange durch Förderungen gedeckt). Umfang und Dauer werden individuell vereinbart. Eine freiwillige Spende zur Unterstützung der Arbeit des Vereins für Gedenkkultur in Graz ist jedoch jederzeit willkommen.
Für Erwachsenengruppen beträgt der Preis 5 € pro Person jedoch min. 70 €. Ermäßigungen für Vereine o.ä. auf Anfrage.

Kontaktaufnahme und Terminvereinbarung über den Kulturvermittler Thomas Stoppacher: vermittlung[at]stolpersteine-graz.at bzw. 0664/4781966.