Sara Düdner

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Geburt Sara Düdner, geborene Didner: 11. Februar 1896 in Przeworsk, Galizien
30. Juli 1918: Trauung von Isak und Sara Düdner, geborene Didner
12. Juni 1919: Geburt von Sohn Ernst Düdner in Graz
28. März 1921: Geburt des zweiten Sohnes Edgar Düdner in Graz
Juli 1938: Ehemann Isak Düdner befindet sich in „Schutzhaft“
17. November 1938: „Arisierung“ der Liegenschaften Griesgasse 26 und 28
Jahr 1939: Erzwungener Umzug der Familie nach Wien
5. Juni 1942: Deportation von Isak und Sara Düdner nach Izbica

Am 30. Juli 1918 fand die Trauung zwischen Isak und Sara Düdner, geborene Didner, statt. Beide stammten aus Przeworsk im damaligen österreichischen Kronland Galizien. Saras Eltern waren Abraham Josef Didner, Fleischhauer von Beruf, und Mutter Chaja Lea Orgel.

Bereits im Jahr 1919 wurde Sohn Ernst geboren, im März 1921 erblickte das zweite Kind Edgar das Licht der Welt. Die Familie lebte seit dem März 1927 in der Griesgasse 23/II und zog im Dezember 1936 in das Zinshaus Griesgasse 28/I um, welches Schwiegermutter Hedwig Düdner gehörte.

Haus Griesgasse 28 Quelle: oeversee.at/cms/¬schulgeschichte/-chronik/situation-juedischer-schueler

Haus Griesgasse 28
Quelle: oeversee.at/cms/¬schulgeschichte/-chronik/situation-juedischer-schueler

Saras Ehemann Isak Düdner war Kaufmann und betrieb ein Altwarengeschäft, das mit Rohprodukten und Metallen handelte. Die Geschäftsfiliale dürfte sich ebenfalls in der Griesgasse befunden haben. Die Kinder Ernst und Edgar besuchten Ende der 1920er Jahre die jüdische Volksschule und gingen danach beide ins Oeverseegymnasium.

Die Situation für die Familie änderte sich schlagartig mit der Machtergreifung des Nationalsozialismus im März 1938. Der jüngere Sohn Edgar wurde im Juli 1938 nach der sechsten Klasse der Schule verwiesen. Schon im Mai 1938 verlor Hedwig Düdner die Leitung ihres Geschäfts, das wenig später zwangsliquidiert wurde. Ehemann Isak wurde in sog. „Schutzhaft“ genommen, die völlig willkürlich erfolgen konnte und die Betroffenen in absolute Machtlosigkeit versetzte.

Schon im Mai 1938 hatte die Familie Emigrationsvorbereitungen getroffen und eine Spedition für den Transport von Frachten von Graz nach Tel Aviv beauftragt. Vor allem der erzwungene Verkauf („Arisierung“) der Zinshäuser Griesgasse 26 und 28, die im Besitz von Schwiegermutter Hedwig Düdner waren, sollten die Kosten für die Emigration nach Palästina decken. Doch noch Ende des Jahres saß man in Graz fest und statt der Flucht ins Ausland erfolgte die Übersiedlung nach Wien.

Während sich die beiden Söhne Ernst und Edgar nach Belgien und später nach Frankreich absetzen konnten, lebten Sara und Gatte Isak Düdner bis zum Frühsommer 1942 in Wien-Leopoldstadt in der Konradgasse 1/6.

Auszug aus der Deportationsliste des Transports von Wien nach Izbica am 5. Juni 1942 Nr. 993 Düdner Sara Quelle: DÖW Opderdatenbank

Auszug aus der Deportationsliste des Transports von Wien nach Izbica
am 5. Juni 1942
Nr. 993 Düdner Sara
Quelle: DÖW Opderdatenbank

Am 5. Juni 1942 wurden Isak und Sara Düdner im letzten Transport von Wien ins Durchgangsghetto Izbica bei Lublin deportiert. Izbica galt als „Warteraum“ für die Todeslager Sobibor und Belzec, wo Menschen mittels Gas ermordet wurden.

Stolpersteine für die Familie Düdner, verlegt am 16. August 2016  Foto: J.J. Kucek

Stolpersteine für die Familie Düdner, verlegt am 16. August 2016
Foto: J.J. Kucek

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