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„SPRACHE MACHT POLITIK“ – NS-Propaganda und Verfolgung in Graz

5.Mai 2017 um 15:00 Uhr

Gedenkspaziergang zu Grazer Stolpersteinen

Freitag, 5. Mai, 15:00 – 17:00 Uhr

Treffpunkt: Südtiroler Platz/Ecke Mariahilfer Str. 

Referent: David Kriebernegg, Verein für Gedenkkultur in Graz

„Stolpersteine“ sind ein internationales Gedenkprojekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig für Opfer des Nationalsozialismus, das der „Verein für Gedenkkultur in Graz“ seit 2013 auch in Graz umsetzt. „Stolpersteine“, kleine in den Boden eingelassene Steine mit Messing-Inschrift, haben zum Ziel, die Erinnerung an jene Menschen aufrecht zu erhalten, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben, in den Suizid getrieben worden sind oder von „Arisierungs“-Enteignungen betroffen waren. Die Stolpersteine sind auch ein Mahnmal gegen Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen – die sehr häufig mit einem diskriminierenden Sprachgebrauch ihren Anfang nehmen.

Die Aspekte der Menschenrechtsverletzungen und der Diskriminierung durch die Sprache der NS-Propaganda sind bei diesem Gedenkspaziergang zu ausgewählten Stolpersteinen im Innenstadtbereich ebenso Thema wie die weitere Verfolgungsgeschichte jener Menschen, deren Stolpersteine gemeinsam besucht werden.

In Kooperation mit dem ETC Graz.

Ein Beitrag zu den Aktionstagen Politische Bildung 2017

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Aktuelles:

Die nächsten Verlegungen von Stolpersteinen in Graz:

  • DI, 27. Juni 2017, 12:00/12:30: Für 27 der Schule verwiesene jüdische Schüler des Oeverseegymnasiums
    • 12:00 Buchpräsentation an der Schule: Gerda Eisler: Eine Jugend in Graz und Tel Aviv (Witwe eines der Schüler; Veranstaltung in Kooperation mit CLIO; ausführlichere Buchpräsentation: MO, 26. Juni, 19:00, GrazMuseum, Sackstr. 18 (http://www.clio-graz.net/)
    • 12:30 Verlegung von Stolpersteinen für 27 der Schule verwiesene jüdische Schüler des Oeverseegymnasiums, Oeverseegasse 28, 8020 Graz
  • MI, 27. September 2017, voraussichtl. 15:00: Verlegung für sämliche Opfergruppen an ca. 10 Orten in Graz
    • Details folgen noch

Verleihung des Menschenrechtspreises des Landes Steiermark am 7. März 2017

Am 7. März 2017 wurde dem Verein für Gedenkkultur in Graz, vertreten durch Obfrau Daniela Grabe, eine besondere Würdigung zuteil: Gemeinsam mit einer weiteren Preisträgerin, Dr.in Dorothea Bauer, wurde Daniela Grabe und dem Verein durch Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und in Anwesenheit von Landtagspräsidentin Dr.in Bettina Vollath im „Weißen Saal“ der Grazer Burg der Menschenrechtspreis des Landes Steiermark verliehen für das Projekt Stolpersteine in Graz: ORF: Verleihung Menschenrechtspreis

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(Foto Fischer/steiermark.at)

Zusätzlich wurden der Verein und seine zahlreichen UnterstützerInnen weiters gewürdigt durch einen Empfang von Landtagspräsidentin Dr.in Bettina Vollath am 30. März 2017 im Grazer Landhaus.

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(Foto: Büro Landtagspräsidentin Vollath)

Stolpersteine in Graz – Gedenkprojekt für Grazer Opfer des Nationalsozialismus

In Österreich existieren in jeder Gemeinde sogenannte Kriegerdenkmäler, Denkmäler für die Opfer der NS-Diktatur sucht man jedoch meist vergeblich. Um diesem Unverhältnis entgegenzuwirken, hatte sich im Oktober 2012 der „Verein für Gedenkkultur in Graz“ gegründet mit dem Ziel, im Jahr 2013, also 75 Jahre nach dem Beginn des NS-Terrors in Österreich, auch in Graz im öffentlichen Raum (mehr) Erinnerungszeichen für Opfer des Nationalsozialismus zu setzen auf eine für alle EinwohnerInnen und BesucherInnen der Stadt Graz öffentlich zugängliche Weise.

Nach ausführlichen Vorbereitungen 2012 (Vorgespräche mit auf diese Zeit spezialisierten HistorikerInnen, mit VertreterInnen der Israelitischen Kultusgemeinde Graz, der in Graz vertretenen Opferverbände, christlicher Kirchen und mit Interessenvertretungen wie RosaLila PantherInnen, mit Kulturschaffenden, politischen VertreterInnen und interessierten Einzelpersonen) wurde im Jänner 2013 von den VereinsunterstützerInnen die Entscheidung getroffen, das Ziel der Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum konkret mit dem Projekt „Stolpersteine“¹ des Kölner Künstlers Gunter Demnig auch in Graz umzusetzen – wie es schon damals bereits in rund 650 Städten in Deutschland, aber auch in Salzburg, in der Region Braunau, in den Niederlanden, Belgien, Italien, Norwegen, Polen, der Slowakei, Tschechien, der Ukraine und Ungarn durchgeführt worden war. Mittlerweile gibt es in ganz Europa bereits ca. 60.000 solcher Gedenksteine in 22 Ländern (Stand: Jänner 2017).²

In Graz wurden am 27. Juli 2013 die ersten 18 Stolpersteine verlegt. In den Jahren 2014 und 2015 kamen weitere 41 Steine dazu, am 17. Juni 2016 sechs Steine für die Familie Blüh / Scharfstein, und am  16. August 2016 Stolpersteine für die jüdischen Familien Silberstein, Düdner, Herzog, Blühweis, Kohn, die blinde Schriftstellerin Irene Ransburg (erstmals auch mit einem zusätzlichen Stein in Braille-Schrift) sowie Opfer aus den Opfergruppen der Zeugen Jehovas, politische Widerstandskämpfer und für ein homosexuelles Opfer, sodass es derzeit insgesamt 97 Stolpersteine für Grazer NS-Opfer gibt.

 

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Die nächste Verlegung von Stolpersteinen in Graz wird voraussichtlich im Sommer / Herbst 2017 stattfinden.

Bilder: von der Verlegung der Stolpersteine für den 94-jährigen Alfred Blüh (erstes Bild), seinen Vater Wilhelm und dessen zweite Ehefrau Olga Blüh sowie für seine Geschwister Hans und Gertrude Blüh, verh. Scharfstein und Josef Scharfstein.

In den meisten Städten – und so ist es auch in Graz – gibt es eine begleitende Projekt-Homepage, auf der ausführlichere Biografien der Opfer zu finden sind, sodass sich das Gedenken nicht rein auf Namen und Lebensdaten der Opfer beschränkt, sondern ihr Leben, ihre Tätigkeiten, ihr persönliches Umfeld  07_VerlegterStein_Ruckerlbergguertel_20160617_155044auch etwas umfassender in Erinnerung gebracht werden können (siehe  Menü-Punkt: „Stolpersteine in Graz“).

Vor den Wohnorten der Opfer wird am Gehsteig eine kleine Tafel aus Messing in den Gehsteig eingelassen, auf der an das Schicksal der Menschen erinnert wird, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine sind kubischeBetonsteine mit einer Kantenlänge von zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet.

Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-20160618_120919Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehweges eingelassen. Gunter Demnig: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist”.

 

1) „Stolpersteine“ sind ein Projekt nach dem Konzept des Künstlers Gunter Demnig, mit dem an das Schicksal jener Menschen erinnert wird, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben, in den Suizid getrieben worden sind oder von „Arisierungs“-Enteignungen betroffen waren; dabei wird sowohl jüdischer Opfer gedacht als auch jener Menschen, die Opfer politischer, religiöser, ethnischer Verfolgung waren, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ermordet wurden oder weil ihr Leben als „unwert“ galt (sogenannte „Euthanasie“).

2) https://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine_in_%C3%96sterreich und https://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine und https://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine#Weitere_L.C3.A4nder